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Weniger ist mehr

Eine Einführung in die F.M. Alexander-Technik

von Peter Ruhrberg


Diese ganze Arbeit ist ein Experiment
im Herausfinden, was Denken ist.

F.M. Alexander

Zweck der Alexander-Technik

Wer sind wir?

Wie sind wir aufgebaut, wie "funktionieren" wir? Was können wir? Was können wir mit unseren Fähigkeiten anfangen? Wie können wir sie am besten nutzen?

Wohin möchte ich gelangen, was möchte ich erreichen? Wie kann ich meine Ziele, Wünsche, Träume, alles was ich im Leben tun möchte, mit weniger unnötigem Aufwand, besser und schneller verwirklichen? Wie kann ich werden, wer ich sein möchte?

Wie kann ich mehr und mehr von meinem Potential in einer Weise einsetzen, so daß ich am Ende meines Lebens die Aufgaben erfüllt haben werde, die ich mir gestellt habe, die "Aufgabe" die mir gegeben ist, den "Zweck" meines Lebens?

Dies sind einige Fragen, die sich Menschen offenbar stellen, seit die Menschheit existiert.

* * * *

Vor etwa hundert Jahren entdeckte und entwickelte Frederick Matthias Alexander den Lernprozeß, mit dessen Hilfe wir unsere Absichten, Ziele und Träume realisieren können.

Alexander prägte einen Begriff für die vollständige bewußte Verfügung über unser Potential, und meinte damit einerseits die Fähigkeit, es voll und ganz auszuschöpfen und andererseits die Entscheidung, wie wir mit ihm umgehen und wohin wir damit gelangen.

Dieser Begriff wurde der Titel seines 1910 erschienenen ersten Buches: "Man's Supreme Inheritance" (Das höchste Erbe des Menschen).

* * * *

Um unsere Ziele und Aufgaben besser und leichter zu verwirklichen, müssen wir lernen, auf Anforderungen angemessener und effektiver zu reagieren. Die Alexander-Technik ist ein Werkzeug dafür. Mit ihrer Hilfe können wir lernen, uns selbst zu steuern und unser Leben auf eine solche Weise zu führen, daß wir erreichen, was wir uns wünschen.

Immer mehr Menschen reagieren heute auf die alltäglichsten Anforderungen und Aufgabenstellungen mit Überlastungserscheinungen, wie Erschöpfung, Unwohlsein, Unausgeglichenheit, Verspannungen, Bewegungseinschränkungen oder Schmerzen. Dies ist oft hauptsächlich das Ergebnis ungünstiger Verhaltens- und Reaktionsweisen, die wir uns früher im Leben angeeignet haben, die uns jedoch bei der Erfüllung unserer jetzigen Aufgaben eher behindern.

Die Alexander-Technik zeigt Wege und Möglichkeiten, wie wir vermeiden können, während unserer Tätigkeiten unnötig Muskelanspannung auszuüben. Indem wir mit bewußten Mitteln lernen, solche Störungen unserer Funktionsfähigkeit zu vermindern, ermöglichen wir wieder unsere angeborene freie Beweglichkeit. Auf diesem Wege lernen wir, alle unsere Tätigkeiten, alltägliche und spezielle -- sitzen, stehen, gehen, tragen, joggen, sprechen, musizieren usw. -- mit weniger Energieaufwand, besser und effektiver auszuführen.

Indem wir uns mit unserer Art und Weise der Bewegung und des Verhaltens auseinandersetzen, gewinnen wir auch Einsichten in unsere persönliche Art des Denkens -- unsere Ansichten, Überzeugungen, "wie wir die Dinge sehen" -- welches die Grundlage für alles bildet, was wir tun und erleben. Darauf aufbauend lernen wir ein neues Vorgehen, das jeglicher Handlung das Wissen um das Wie voranstellt.

* * * *

Das Erlernen der Alexander-Technik kann grundsätzlich für jeden hilfreich sein, besonders aber für Menschen,

  • die unter Verspannungen oder damit zusammenhängenden Beschwerden, Schmerzen oder Bewegungsproblemen leiden;

  • die sich selbst als Ausdrucksmittel kreativer und freier einsetzen möchten, wie Musiker, Tänzer, Schauspieler;

  • die Bewegungen des Alltags mit weniger Anstrengung und Beschwerden ausführen möchten;

  • die einen natürlichen Umgang mit sich selbst wiedergewinnen möchten;

  • die beim Prozeß ihrer persönlichen Entwicklung einen praxisorientierten Zugang suchen.

* * * *

Die Alexander-Technik ist zwar keine Wundermethode, dafür aber vom ersten Moment an und in jedem Unterrichtsschritt eine Schulung zu bewußter Selbststeuerung, welche, angewandt auf die täglichen Aktivitäten des Lebens, zu mehr Beweglichkeit, Anmut, Balance und Leichtigkeit führen wird, zu mehr Erfolg, Interesse, Zufriedenheit und wirklicher Freiheit bei allem, was wir tun möchten.

* * * *


Was kann die Alexander-Technik und was nicht?

Was die Alexander-Technik ist

  • Eine Möglichkeit, verstehen zu lernen, wie der Organismus natürlicherweise funktionieren kann und sollte,

  • ein Verfahren, mit dem wir auf vielen verschiedenen Ebenen für uns selbst und die Welt um uns bewußter werden können,

  • zu lernen, wie wir unseren Organismus in einer Weise einsetzen können, die unser körperlich-seelisches Gleichgewicht fördert oder wiederherstellt,

  • ein Prozeß, der uns hilft zu erkennen, in welcher Weise wir unsere natürliche Funktionsweise und Funktionsfähigkeit stören -- und wie wir dies unterlassen können,

  • eine Möglichkeit, unser Denken so einzusetzen, daß wir wünschenswerte Veränderungen bewirken und unsere täglichen Aktivitäten in einer koordinierteren Weise durchführen können,

  • eine Methode, wodurch man sich selbst schulen kann, sich in einer Weise zu bewegen, die jederzeit mit einem Mindestmaß an Anspannung auskommt und ein Höchstmaß an Effektivität gewährleistet. (Natürlich brauchen wir ein gewisses Maß an Tonus; das Problem liegt vielmehr darin, daß wir dies oft übertreiben.)

Was die Alexander-Technik nicht ist

  • Eine Therapie,

  • eine besondere Behandlungsform für spezifische Krankheitszustände oder Beschwerden,

  • eine Massage oder Manipulation mit den Händen,

  • ein Heilverfahren (wenn auch die natürlichen Heilprozesse des Organismus aktiviert werden),

  • ein Trainingsprogramm wie Körpertraining, Konzentrations- oder Entspannungsübungen etc.

  • ein Zweig der alternativen oder komplementären Medizin wie Homöopathie, Akupunktur oder Osteopathie. Man braucht nicht krank zu sein oder irgendwelche Beschwerden zu haben, um von der Alexander-Technik zu profitieren. Es ist jedoch immer noch so, daß viele Menschen erst dann über ihre Lebensweise nachzudenken beginnen, wenn sie Probleme bekommen.

Wir lernen die Alexander-Technik, um etwas für uns selbst zu tun; sie ist keine Behandlung, bei der ein Arzt oder Therapeut mit dem Patienten oder Klienten "etwas tut".


Kurzbeschreibung von Geschichte und Methodik

F.M. Alexander (1869--1955) war ein junger und talentierter Schauspieler australischer Herkunft, der bereits in seiner Jugend während seiner Darbietungen unter Stimmschwierigkeiten litt. Da er durch medizinische Maßnahmen keine Besserung erreichen konnte, machte er sich daran, selbst nach den Ursachen seines Leidens zu forschen. Er begann, systematisch und genau zu studieren, was er in seinem Organismus in Bewegung setzte um zu sprechen. Während dieses Studiums entdeckte er wesentliche Grundlagen menschlicher Arbeits- und Funktionsweisen, entwickelte Ideen und Arbeitsmethoden, die er auf seine eigenen Bewegungen und Handlungen anwendete und beseitigte auf diese Weise seine Stimmprobleme.

Alexander fand heraus, daß seine Stimmprobleme das Ergebnis einer fehlgeleiteten Art und Weise waren, in der er seit langer Zeit sich selbst als Ganzes steuerte. Weil aber diese Fehlsteuerung ihm zur Gewohnheit geworden war und sich daher "richtig und normal" anfühlte, war er zunächst vollkommen unfähig, irgend etwas zu ändern. Alles, was er so zu tun versuchte, wie er es sich wünschte, scheiterte daran, daß in jedem dieser Versuche seine alte, hinderliche Selbststeuerung beteiligt war, mit der er alles tat. Der ersehnte Erfolg stellte sich schließlich dadurch ein, daß er lernte, sich zu weigern, unmittelbar und unbedacht das zu tun, was ihm seine irreführende Sinneswahrnehmung als richtig diktierte. Dadurch bekam er die innere Freiheit, die er benötigte, um sich mittels gedanklicher Überlegungen hin zu der Qualität von Bewegung anzuleiten, die seinem Ziel und dem Funktionieren seines gesamten Organismus am meisten nützlich war.

Auf Bitten seiner Schauspielkollegen begann er, als Lehrer seine Erfahrungen und Erkenntnisse weiterzugeben, eine Tätigkeit, die nach und nach zu seinem Lebensinhalt wurde. Seit den zwanziger Jahren bildete er Studenten auch dazu aus, ihrerseits diese Arbeit als Lehrer weiterzuvermitteln. Seine Untersuchungen und Erkenntnisse bilden die Grundlage für das, was heute als Alexander-Technik bezeichnet wird.

Ursprünglich war seine Arbeit auf Anweisungen zu Atmung und Stimmerzeugung beschränkt, erweiterte sich jedoch über die Jahre. Denn die Grundlagen, die Alexander dargelegt hatte und die Art und Weise der Schulung, die er auf sich selbst und beim Unterricht mit seinen Studenten anwendete, erwiesen sich als anwendbar auf die allgemeine und dauerhafte Verbesserung der Ausführung sämtlicher menschlicher Tätigkeiten.

Indem Alexander lernte, seine bewußten Geisteskräfte in zunehmend vernünftiger, schöpferischer und flexibler Weise zu lenken, wurde er fähig, in allen seinen Unternehmungen nach Prinzipien -- Naturgesetzen -- zu arbeiten und dadurch sein gesamtes Potential auszuschöpfen.

Durch Studium und Verständnis der grundlegenden Prinzipien, Ideen und Arbeitsweisen, welche die Alexander-Technik kennzeichnen, ist es für jeden einzelnen von uns möglich, dasselbe zu erreichen.

 

Definition

Die Alexander-Technik
ist das Studium des Denkens
in Beziehung zu Bewegung.

Diese Definition enthält einige zunächst einfach erscheinende Worte, über die sich jedoch nachzudenken lohnt.

Technik

"(im weiteren Sinne) Kunst, mit den zweckmäßigsten und sparsamsten Mitteln ein bestimmtes Ziel oder die beste Leistung zu erreichen." (Wahrigs deutsches Wörterbuch)

Studium

"Studium" bedeutet nicht nur, Informationen zu erhalten. Es heißt auch Nachdenken, Experimente ausdenken und durchführen, Erfahrungen machen, beobachten und auswerten etc.

Durch das Studium lernen wir grundlegende Ideen und Prinzipien -- Naturgesetze -- kennen, aber vor allem verstehen. Die Grundlagen und Ideen ändern sich nicht, aber unser Verständnis und unsere Auffassung von ihnen wächst und ändert sich mit der Zeit.

"Minutes to learn -- a lifetime to master". (Fünf Minuten braucht es zum Lernen -- lebenslang zur Meisterschaft.)

Denken

"Denken" in dieser Definition schließt viele Ebenen mit ein.

Neurologen würden z.B. sagen, es sind Botschaften, die durch das Nervensystem gehen.

Andere mögliche Ebenen unserer Definition sind: Erkennen; Absichten bilden und bewahren; Entschlüsse fassen; Aktionen planen und durchführen; dann jenes Denken, welches die Art und Weise der Handlung oder Bewegung bestimmt, die ein Mensch ausführt; schließlich die Auswertung und Interpretation.

Eine weitere Ebene ist beteiligt, wenn wir uns fragen: "Ist es sinnvoll, dies so oder anders zu tun?" oder "Ist diese Beobachtung oder Schlußfolgerung plausibel?" (Alexander nannte dies "Reasoning".)

Denken bedeutet nicht zuletzt auch die Art der Schulung, die sich ein Mensch auferlegt, um diese Schritte ausführen zu können.

Bewegung

Auch dieses Wort der Definition hat mehrere Ebenen.

Manchmal beschränken wir seine Bedeutung auf die Fortbewegung. Meistens meinen wir zusätzlich unsere mimischen und gestischen Bewegungen.

Aber auch dann, wenn wir bloß stehen, sitzen, denken oder schlafen, bewegen wir uns. Ohne Bewegung ist keine menschliche Aktivität möglich. Unsere Atmung, Herz und Kreislauf, alle inneren Organe und das Muskelsystem bewegen sich ständig, solange wir leben.

Bewegung ist eine der sieben Eigenschaften, die lebende Organismen charakterisieren.

Denken in Beziehung zu Bewegung

Wie arbeiten sie zusammen? Wie kommt Bewegung zustande? Wie verhalten sich die Steuerung und die Wahrnehmung von Bewegung zueinander?

Wie erwähnt ist alles, was wir tun, mit Bewegung verbunden. Die Art und Weise, wie wir

  • über Bewegung nachdenken,

  • uns für Bewegung organisieren,

  • unsere Bewegungen planen,

  • über sie denken, während wir sie ausführen und

  • unsere Bewegungen auswerten und einschätzen, nachdem wir sie ausgeführt haben,

all dieses fließt ein in die Qualität und Koordiniertheit unserer Bewegungen.

Die Qualität unserer Bewegungen wiederum bestimmt die Qualität dessen, was wir ausführen.

Kurz zusammengefaßt: unser Denken wirkt sich darauf aus, wie gut und wie mühelos wir die Dinge tun können, die wir tun möchten.

Oder noch kürzer:

What you think is what you get.

(Was wir denken, bekommen wir auch.)


Alexanders zwei Entdeckungen

Das Studium des Denkens in Beziehung zu Bewegung soll mit einem Gedanken beginnen:

Die Balance des Kopfes
im beweglichen Verhältnis zum Körper
ist der Schlüssel
zur Leichtigkeit in unseren Bewegungen
und zur Freiheit in unseren Aktivitäten.

Diesen Gedanken -- ein wenig anders formuliert -- könnte man als Alexanders erste Entdeckung bezeichnen:

  • Die Balance des Kopfes im beweglichen Verhältnis zum Körper

  • steuert und bestimmt unsere allgemeine Koordination, Bewegung und den ökonomischen Einsatz unserer Kräfte und Energien;

  • und kann ihrerseits von uns indirekt gesteuert werden zu unserem eigenen Nutzen.

In jeder Bewegung gibt es tatsächlich zwei Bewegungen.

  1. Die erste Bewegung ist eine Änderung in den Spannungs- und Gleichgewichtsverhältnissen, welche hauptsächlich in den axialen Strukturen (d.h. Kopf, Hals, Rumpf) stattfindet. Wir erkennen sie daran, wie sich die Beziehung zwischen Kopf und Körper verändert. Diese Bewegung entsteht zuerst und sie begleitet und bestimmt

  2. die zweite Bewegung, oder was wir gewöhnlich als Bewegung bezeichnen. Gemeint ist die Kombination von Veränderungen in den Winkeln an den Gelenken, die der ausgeführten Handlung eigen und für sie charakteristisch ist. Wir können diese Kombinationen von Bewegungen auch gestische Bewegung nennen.

Die erste Bewegung hilft oder behindert uns bei der zweiten.

  • Entweder sie verbessert die Ausführungsmöglichkeiten von Bewegung dadurch, daß durch sie eine flexible Längung der axialen Strukturen entsteht;

  • oder sie vermindert die Möglichkeit des Individuums, seine Bewegungen auszuführen dadurch, daß sie die Verhältnisse in den axialen Strukturen so verändert, daß diese Strukturen für die bevorstehende Aufgabe zu sehr zusammengedrückt oder überdehnt werden.

Der daraus folgende Zustand der axialen Strukturen wird seinerseits ebenso die jeweilige Wirksamkeit oder Effizienz der Relativbewegungen in den appendikularen Strukturen (d.h. Gliedmaßen) ändern.

Die erste Bewegung entsteht an erster Stelle -- sowohl räumlich als auch zeitlich -- und ist zugleich Indikator für die Qualität unserer Koordination. Sie war von so großer Bedeutung für F.M. Alexander, daß er sie in seinen späteren Werken primary control nannte.

Alexanders zweite Entdeckung ist vielleicht sogar noch wichtiger als seine erste:

Der menschliche Geist hat die Fähigkeit,
sich über alle Systeme hinwegzusetzen,
auch über die natürlichen.

Als er seine Untersuchungen begann, meinte er (wie viele von uns noch heute), daß es bestimmte Aspekte unseres Organismus und unserer Funktionsweise gäbe, die jenseits unserer Fähigkeit zur Störung lägen. Er glaubte, es gebe einige Dinge, die wir einfach nicht mit unseren Gedanken und Ideen durcheinanderbringen könnten. Wie sich jedoch herausstellte, mußte er später erkennen, daß diese Vorstellung falsch war.

Tatsächlich ist es uns in einem erstaunlichen Grade möglich, Vorstellungen und Ideen unseren Bewegungen und sogar unseren Strukturen aufzuzwingen, und diese Fähigkeit ist zum größten Teil verantwortlich für die verblüffende und zum Teil bizarre Vielfalt und Verschiedenheit im Erscheinungsbild von Menschen und in der Ausführung ihrer Tätigkeiten, eine Vielfalt, die in jeder größeren Gruppe von Menschen offensichtlich wird.

Alexander entdeckte: Was wir denken und wie wir es denken, kann eine enorme Wirkung auf die Funktionsweise unseres Organismus haben. Ebenso wie die Beziehung zwischen Kopf und Körper kann auch der Effekt unserer Denkweise sich zu unserem Nutzen oder zu unserem Schaden auswirken. Ob wir Alexanders Entdeckungen glauben oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Sie sind unabhängig von unserer Meinung wirksam. Wir "erschaffen" und "handhaben" uns selbst auf der Grundlage von Ideen und Vorstellungen über das, was falsch und richtig ist, und unser System, unser Organismus wird sich so anpassen, daß er mit unseren Ideen in einer Art von "sich selbst erfüllender Prophezeihung" übereinstimmt, sogar bis hin zu einem Punkt, wo wir uns während unserer Aktivitäten bis zur Entstellung verbiegen und strukturell schädigen.

Der menschliche Geist hat die Fähigkeit,
sich über alle Systeme hinwegzusetzen,
auch über die natürlichen.

Oder:

What you think is what you get.

Es gab und gibt viele Menschen, die diese Wahrheit gefunden und formuliert haben. Alexander jedoch fand heraus, daß sie sich sogar auf der Ebene des Planens, der Struktur und der Bewegung äußert. Was und wie wir denken wird zum großen Teil bestimmen, was wir sind und werden.

Mehr dazu im nächsten Abschnitt.


Weitere Entdeckungen in Alexanders Arbeit

Die Art, in der wir uns selbst steuern,
bildet einen konstanten Einfluß
auf die Funktionsweise unseres Organismus.

Die Art und Weise, in der wir uns selbst in jedem Moment unseres alltäglichen Lebens einsetzen und steuern, bezeichnet Alexander als use ([Fähigkeit zum] Gebrauch, Einsatz, Benutzung, An-/Verwendung, Umgang). Wir steuern -- "gebrauchen", wenn man so will -- uns in jedem Augenblick unseres Lebens: in Ruhe und Bewegung, beim Sprechen und Denken, in Haltung und Gebärde.

Mit functioning (Funktionsweise, Tätigkeit, Funktionieren) meint Alexander einerseits die Funktionsfähigkeit, andererseits das "Zusammenwirken": die gesamte, allgemeine Koordination der verschiedenen Teile und Systeme des Menschen, die jederzeit und bei allen Aktivitäten wirksam ist, auch bei der alltäglichsten oder scheinbar unbedeutendsten Handlung.

Functioning in Alexanders Definition umfaßt die Balance, Fortbewegung, Atmung, Kreislauf, Verdauung, Hormonsystem, Wahrnehmung, mentale Prozesse, die Psyche -- um es kurz zu machen: sämtliche Prozesse, die in uns stattfinden, "auch die, die wir heute vielleicht noch nicht kennen" (Alexander).

Störungen in der Funktionsweise können sich äußern als:

  • Schmerzen, Beschwerden,

  • Bewegungseinschränkungen, Probleme bei Aktivitäten aller Art,

  • Schwierigkeiten, auf allgemeine Anforderungen zu reagieren,

  • Verspannungen, vorzeitige Erschöpfung,

  • unangenehme Gefühle etc.

Zum konstanten Einfluß schreibt F.M. Alexander in seinem vierten und letzten Buch:

Die Frage der Art und Weise des Gebrauchs unserer selbst [use of ourselves] in seiner Beziehung zur Funktionsweise und Reaktion in unseren täglichen Aktivitäten stellt ein Problem dar, das einer Lösung bedarf, und wir können feststellen, daß die meisten Menschen glauben, in dieser Hinsicht träfe die Natur Vorsorge für uns. Wie oft bin ich schon gefragt worden: "Warum sollte die Art, wie wir mit uns umgehen, verkehrt werden? Was ist der Grund?" und so weiter.

Es ist wahr, daß die Natur uns alle mit dem Potential ausgestattet hat, um durch unser Denken Mittel und Wege herauszufinden, damit wir einen falschen Gebrauch unserer selbst vermeiden, jedoch haben wir zu diesem Ziel bislang keine vorbeugenden Maßnahmen getroffen, weil wir -- durchaus irrtümlich -- angenommen haben, daß die Art, in der wir mit uns umgehen, nicht verkehrt werden oder versagen könnte.

Jetzt aber, wo bewiesen werden kann, daß der Einfluß unserer Art, mit uns umzugehen, fortlaufend und in jedem Augenblick unseres Lebens für oder gegen uns wirksam ist, ist es unvernünftig, an dieser Annahme festzuhalten. Eine gute Art des Gebrauchs unserer selbst übt einen Einfluß auf unsere allgemeine Funktionsweise zum Guten [good] hin aus, der nicht nur fortwährend besteht, sondern im Laufe der Zeit immer stärker wird, was bedeutet, daß er zu einem konstanten Einfluß wird, der dazu neigen wird, jederzeit das Niveau der Funktionsweise zu heben und die Art und Weise der Reaktion zu verbessern. Auf der anderen Seite übt ein falscher Gebrauch unserer selbst einen fortlaufenden Einfluß zur Krankheit [ill] hin aus, der dazu neigt, das Niveau der Funktionsweise zu senken und auf diese Weise zu einem konstanten Einfluß wird, der immer dazu neigen wird, jede zweckmäßige Aktivität zu stören, die aus unserer Reaktion auf Reize innerhalb oder außerhalb von uns selbst entsteht, und der die Art und Weise jeder Reaktion nachteilig beeinflußt.

Daher ist die Art des konstanten Einflusses, den unsere Art des Gebrauchs auf die Funktionsweise ausübt, von äußerster Wichtigkeit. Wenn er dazu neigt, das Niveau allgemeiner Funktionsweise zu heben, wird er einen konstanten Einfluß zum Guten hin ausüben; wenn er dazu neigt, dieses Niveau zu senken, dann wird er ein konstanter Einfluß auf Krankheit hin sein.

[F.M. Alexander, The Universal Constant in Living, 1941, S. 8]

Die Art, in der wir uns selbst steuern,
ist dadurch bestimmt und gekennzeichnet,
wie wir gelernt haben,
zu denken und uns zu bewegen.

Wie Alexander feststellte, waren seine Gewohnheitsmuster, mit denen er auf Reize reagierte, nicht reale Wesen an sich, sondern die unmittelbaren Resultate der Anweisungen (im folgenden "Befehle" genannt), die er sich fortwährend selbst gab. Diese Befehle -- gegründet auf seinen Einschätzungen und Überzeugungen -- waren zur praktisch unüberwindlichen Grundlage für alle seine Reaktionen geworden.

In ähnlicher Weise haben wir Überzeugungen darüber gebildet, wer wir sind und wie wir funktionieren.

Wir haben diese Überzeugungen in Befehle umgewandelt, die wir projizieren, wenn wir uns in Bewegung setzen. Es ist nicht so sehr, daß wir eine feststehende und gewohnheitsmäßige Art hätten, auf Reize zu reagieren, sondern eher, daß wir Entscheidungen getroffen haben, die wir nicht mehr in Frage stellen und modifizieren; und auf deren Grundlage gelangen wir immer wieder zu ähnlichen Reaktionen.

Die Befehle, die mit diesen Entscheidungen verknüpft sind, sind diejenigen, welche wir gewohnheitsmäßig aufrufen. Nachdem sie aufgerufen sind und den Ausgang unseres motorischen Zentrums im Gehirn erreicht haben, kann das diesen Befehlen zugehörige Bewegungsverhalten nicht mehr gestoppt werden.

Einem außenstehenden Beobachter erscheint unser öffentlich beobachtbares Verhalten wie Bewegungsmuster. Hierbei sind zwei Kriterien besonders auffällig:

  • Wir üben oft zuviel Spannung und Druck mit unseren Muskeln auf Gelenke, Bandscheiben, Organe etc. aus und bewirken damit eine Behinderung unserer freien Beweglichkeit,

  • wir bewegen uns oft in automatischen Abläufen, die unüberlegt (buchstäblich "kopflos") stattfinden, überflüssig sind und bei dem, was wir eigentlich tun wollen, stören, anstatt uns nützlich zu sein.

Beides bezeichnen wir als ineffiziente oder störende Bewegungen.

Meist bemerken wir auch gar nicht, wie wir etwas machen; gelegentlich stolpern wir regelrecht über unsere gewohnte Art der Steuerung und des Krafteinsatzes.

Fast jeder von uns hat schon einmal erlebt, was geschieht, wenn wir plötzlich feststellen, daß eine Treppenstufe mehr oder weniger vorhanden ist (die Tür in die andere Richtung öffnet etc.), als wir angenommen haben. Wir können uns wohl auch vorstellen, was geschieht, wenn ein Träger eine große und schwer erscheinende Kiste anhebt, die aber nur eine Attrappe ist und wenige Gramm wiegt.

Aus unserem Verständnis des Zusammenhangs zwischen Bewegung und Denken wird inzwischen vielleicht erkennbar, daß unsere besonderen Bewegungsmuster tatsächlich die Ergebnisse bestimmter "Gewohnheiten" unseres Denkens sind.

"Die Vorstellung erzeugt die Muskelspannung." (F.M. Alexander)

* * * *

Warum gewöhnen wir uns an, in bestimmter Weise zu denken und uns zu bewegen -- und zu formen? Was ist die treibende Kraft dahinter?

Wenn es Gedanken oder Strategien gibt, die sich in der Vergangenheit bewährt haben (oder bewährt zu haben schienen), neigen wir dazu, sie immer wieder zu verwenden. Warum sollten wir Verhaltensweisen aufgeben, die in der Vergangenheit funktioniert haben, und statt dessen irgendein neues, noch nie ausprobiertes Verhalten wählen? Die Tatsache, daß wir noch am Leben sind, ist für uns oft ein ausreichender Beweis, daß wir auf dem richtigen Weg sind. Selbst dann, wenn unser Befinden offensichtlich immer schlechter wird, glauben wir manchmal sogar, wir hätten uns davor bewahrt, daß es uns noch schlechter ginge.

Dabei gehen wir von der stillschweigenden Voraussetzung aus, daß wir Erfolg haben, weil wir unsere bislang benutzten Strategien und Gedanken verwendet hätten. Durchaus fremdartig scheint der Gedanke, daß wir trotz unserer Vorgehensweisen erfolgreich sein können.

Im Verlauf des Aufwachsens haben wir uns bestimmte Strategien und Verhaltensweisen zu eigen gemacht, die wir beibehalten und so ausüben, wie wir sie unseren gegenwärtigen Bedürfnissen anpassen können. Diese Strategien und Verhaltensweisen sind oft in einer willkürlichen und wahllosen Art und Weise entstanden, ohne daß wir dabei auf Planung oder Brauchbarkeit geachtet hätten. Wir neigen dazu, auch später immer wieder dieselben Strategien anzuwenden, ohne sie noch einmal zu hinterfragen.

In solchen Fällen, wo diese Art der Schulung sich als ausreichend erwiesen hat, um die Art Mensch zu werden, die wir sein wollen, die Ziele zu erreichen, die wir uns für unser Leben gesetzt haben und um alle unsere Wünsche zu erlangen -- in diesen Fällen ist es nicht notwendig, daß wir irgendeine andere Form finden, unsere Gedanken zu organisieren. Diese Art eines planlosen, geglückten Ergebnisses ist aber gewöhnlich die Ausnahme und nicht die Regel.

Oft sehen wir jedoch die Tatsache eines Erfolges fälschlicherweise als einen Beweis dafür an, daß unser Erfolg auf dem beruht, was wir glauben getan zu haben. Wir glauben, daß der Erfolg unserer Unternehmungen immer zurückzuführen sei auf die Planung und Ausführung dessen, was wir uns als den Zweck unserer Reaktion vorgestellt haben.

Solange alles gut geht, bleibt diese irrige Einschätzung harmlos.

Die Probleme tauchen auf, wenn die Dinge nicht gut gehen.

Wenn wir glauben, die echte Ursache für unseren Erfolg wäre das, was wir tun (und wenn es in Wirklichkeit nicht die Ursache ist), erzeugen wir uns selbst ein Problem, wenn wir einem Mißerfolg gegenüberstehen.

Wenn uns etwas nicht gelingen will und wir die Ursache dafür nicht kennen, glauben wir oft, unsere einzige Möglichkeit zu handeln bestünde darin, unsere Anstrengung zu vergrößern, mit der wir dann dieselben Dinge tun wie zuvor, um Erfolg zu erzielen. So ergeben sich folgende Schritte:

  • wir "geben uns Mühe" (!), was in der Praxis bedeutet: wir tun dasselbe wie zuvor, in der gleichen Art und Weise wie zuvor, nur mit zusätzlicher Anstrengung und/oder Krafteinsatz;

  • wir vergrößern unsere mentale und körperliche Anspannung;

  • das Ergebnis wird davon zwar vielleicht besser, meistens aber nicht zufriedenstellend, und in der Regel kommen noch unerwünschte Nebenwirkungen hinzu;

  • wir geben uns noch mehr Mühe …

… und so beginnt ein Teufelskreis, der manchmal mit dem Resultat endet, daß eigentlich nichts mehr so recht gehen will und wir immer noch nicht erkennen, warum. Indem wir uns in dieser Weise ausschließlich an Zielen und Resultaten orientieren (ohne über die einzusetzenden Mittel groß nachzudenken), kultivieren wir unsere Mißerfolge.

Aber auch dann, wenn wir geeignete "Korrekturen" erhalten, bleibt die Wahrscheinlichkeit für echten Erfolg und Veränderung gering, denn die Korrekturen werden mit den gleichen gewohnheitsmäßigen Befehlen ausgeführt, die wir auch bisher verwendet haben. Das machen wir so lange, bis unsere Erfahrung mit unserer Vorstellung übereinstimmt, die wir davon haben, wie unsere Bewegung und wir selbst sein müßten; oder wir machen es so lange, bis wir glauben, daß die Person, die uns korrigiert, zufriedengestellt sei.

In Wahrheit spielt es jedoch keine Rolle, wie viele spezifische Ziele wir tatsächlich erreichen -- oder glauben erreicht zu haben. Solange wir bei dem, was wir tun, um ein Ziel zu erreichen, die Einheit und Unversehrtheit des Organismus beeinträchtigen oder verletzen, sind wir in jedem Falle schlechter gestellt als zuvor.

Unsere Wahrnehmung von uns selbst (Gefühl)
arbeitet nicht zuverlässig.

Was nach diesem Gefühl richtig ist, ist meist nur das, was uns vertraut ist.

Wenn ich seit langer Zeit in einer Weise denke und mich bewege, die für mich schädlich ist, die sich aber richtig anfühlt, so ist es wahrscheinlich, daß dieses "richtige" Gefühl trügt, das mit dieser Denk- und Bewegungsweise zusammenhängt. Wenn dies so ist, wie erfolgversprechend ist es dann, dieses Gefühl als Maßstab zu nehmen um zu ermitteln, welche Maßnahmen der Gesundheit und dem Wohlbefinden nützen oder schaden?

Ein Beispiel: Jemand mit sogenannter "schlechter Körperhaltung" ermahnt sich, etwas zu tun, was wir "aufrecht stehen" nennen würden. Dafür macht er nun diverse Bewegungen, und wenn er damit fertig ist, gehen wir davon aus, daß er mit Erfolg sein Bestes getan hat und er die neue Position so lange beibehalten kann, wie er seine Anweisung nicht vergißt.

Was haben wir in diesem Beispiel eigentlich vorausgesetzt? Wir haben angenommen, daß dieser Mensch im Grunde weiß, wie er "aufrecht stehen" müßte, nur daß ihm der Wille oder die Erinnerung daran fehlt. (Bei Umfragen ergab sich übrigens, daß fast alle Befragten meinten zu wissen, was "aufrechte Haltung" sei, die meisten aber bedauerten, sie nicht zu haben.) Leider stellt sich aber heraus, daß dieser Mensch seine Mittel, um aufrecht zu stehen, nur innerhalb des Reservoirs seiner bisher gelernten Denk- und Bewegungsweisen auswählen kann. Und diese haben genau jene Haltung zur Folge, die er zu korrigieren sucht.

Wenn er sich infolge guter Koordination aufrecht halten könnte, würde er es schlicht und einfach tun -- ohne weiteres Bemühen, ohne Aufforderung, und vielleicht sogar ohne es zu merken. Es wirkte dann wie eine seiner Eigenschaften. Wenn jedoch ein Mensch dies nicht von selbst tut, dann deswegen, weil er seit langer Zeit einen inneren geistig-körperlichen Zustand aufgebaut hat, durch den er seine "schlechte Haltung" fortwährend selbst erzeugt -- und das damit verbundene Gefühl als "normal" empfindet.

Was geschieht eigentlich, wenn er "aufrecht" steht? Eine mehr oder weniger lange Zeit steht er tatsächlich anders, aber nur anders schlecht. Das ungewohnte Gefühl, das seine ungewohnte Haltung begleitet, sieht er vielleicht als einen Beweis dafür an, daß er nun aufrecht stünde. Leider jedoch gibt es viele Möglichkeiten "schlechter Haltung", und er wählt sich meistens eine aus, die in etwa das Gegenteil seiner üblichen Haltung ist.

Dieses Beispiel läßt sich anwenden auf die meisten Ratschläge für Übungen, für "richtiges Atmen", Bücken, Handhaben von Gegenständen, Sprechen, Musizieren oder welche Tätigkeit auch immer.

Dabei bleibt aber die Frage offen, wie wir irgendeine Tätigkeit "anders" oder "richtig" machen können, wenn wir dabei keinen anderen Maßstab haben als unser "richtiges" Gefühl, das mit unserer bisherigen gewohnten (und fehlgeleiteten) Aktivität verbunden war.

"Es ‚richtig' zu machen wäre das Letzte, was wir tun sollten, denn das Richtige, was wir wirklich tun sollten, wäre das Letzte, worauf wir kämen." (F.M. Alexander)

* * * *

Was passiert nun aber, wenn der Mensch wirklich geeignete Korrekturen bekommen hat und sie umsetzen möchte? Was ist, wenn der Mensch sich dazu entschlossen hat, daß er bei dem "Denken" bleiben möchte, das nötig ist, um die Befehle zu bewirken, die nötig sind, um jenes angemessene und veränderte Verhalten zu bewirken, das er sich wünscht? Was geschieht, wenn er sich entschieden hat, sich nicht darum zu kümmern, ob sein neues Verhalten sich richtig anfühlt oder nicht, sondern sich nur damit beschäftigt, daß er seine neuen Befehle für seine Bewegungen ausführt?

Er wird -- wie Alexander -- feststellen, daß sein "Geist" nicht die überlegene steuernde Kraft ist. Er wird bemerken, daß er seinem Vertrauen auf vergangene Muster seiner Selbststeuerung praktisch nicht widerstehen kann. Er wird feststellen, daß diese Muster alle seine Tätigkeiten und die Art ihrer Ausführung dominieren. Er wird herausfinden, daß die wirre Entstehung dieser Vorstellungen von Steuerung geformt wurde ohne viel Berücksichtigung von Ursache und Wirkung, sondern viel mehr zu tun hatte mit Überleben und Anerkennung.

Er wird feststellen, daß er nicht zur Veränderung fähig ist, weil er seinen Geist nicht bewußt geschult hat, seine Tätigkeiten zu leiten, sondern weil er statt dessen immer wieder auf die gewohnten Befehle zurückgreift, die mit seinen früheren Tätigkeiten verknüpft waren.

Er wird feststellen, daß sein Problem in seiner Unfähigkeit liegt, seine Reaktionen auf Reize zu ändern, weil die Befehle, die mit seinen früheren Reaktionen verknüpft waren, nicht etwa die Diener seiner Absichten und Wünsche sind, sondern sich zu den Herrschern über seine Reaktionen entwickelt haben.

* * * *

WIR KÖNNEN UNS ENTSCHEIDEN …

Sind wir von der Natur schlecht konstruiert
und müssen etwas zusätzlich "tun",
damit wir in unseren Tätigkeiten mehr Erfolg haben?

ODER

Sind wir von der Natur gut konstruiert
und müssen etwas zusätzlich "tun",
damit wir in unseren Tätigkeiten weniger Erfolg haben?

Welche Entscheidung wir auch immer treffen: wir sollten uns darüber im Klaren sein, daß wir mit jeder Entscheidung den Weg bestimmen, dem wir folgen werden.

Bei dieser Frage heißt das: wir bestimmen mit unserer Entscheidung ständig und grundlegend die Art und Weise, in der wir positive Veränderungen herbeiführen möchten.

Der Weg und die mentale Arbeit in der Alexander-Technik

Die Alexander-Technik ist keine spezielle und direkte Behandlung oder Heilungsversuch für spezifische Schwierigkeiten, sondern arbeitet mit einem indirekten, allgemeinen und grundlegenden Ansatz der Schulung, der Ausbildung, des Trainings. Alexander drückte es so aus:

"Jeder kann tun, was ich tue, wenn er das tut, was ich getan habe."

Wenn wir uns jemals erfolgreich verändern wollen, müssen wir lernen, unseren Geist dahingehend auszubilden, daß er die früheren festgelegten Abfolgen unserer Selbststeuerung bändigen kann. Wir müssen unseren Geist dahin schulen, daß er nach Prinzipien der Selbststeuerung arbeitet, die bewußt und flexibel sind und ihrerseits einer Bewertung und der Möglichkeit zur Veränderung unterliegen. Wir müssen unseren Geist in einer Weise schulen, daß wir fortlaufend und dauernd die Herrschaft dieser Gewohnheitsmuster über unsere Steuerung überwinden und ihrer Tyrannei entfliehen können.

Genau das ist es, was Alexander tat und zu was er uns ermutigt.

Für diejenigen, die mit den Resultaten zufrieden sind, welche wir durch unsere gewohnheitsmäßige Steuerung erreicht haben, ist es nicht nötig, sich der erforderlichen Schulung zu unterziehen, um unsere Gedanken in einer konstruktiveren Weise neu zu organisieren.

Jedoch für diejenigen, die meinen, daß wir ein wenig besser, glücklicher und erfüllter werden können, die mehr wollen und die sich auch die Arbeit machen wollen, um mehr zu werden, für diese sind jene instinktiven, unbewußten und unüberlegten Steuerungsmuster, welche für das Einleiten unserer üblichen Reaktionen verantwortlich sind, nicht gut genug.

Wir müssen lernen, einen Weg zu finden, um diese Steuerungsmuster auf ein Niveau des Bewußtseins und des Verständnisses zu bringen, wo wir hoffen können, Änderungen zu erreichen; wir müssen lernen, einen Weg zu finden, um uns von der Herrschaft dieser alten Denkmuster zu befreien.

In "Evolution of a Technique", Alexanders Bericht über seine Untersuchungen, Schlußfolgerungen und Ergebnisse liest sich das so:

"Kurz gesagt, ich folgerte: wenn ich jemals fähig sein wollte, befriedigend zu reagieren auf den Anreiz, meine Stimme einzusetzen, mußte ich meine alte, instinktive (unüberlegte) Steuerung meiner selbst ersetzen durch eine neue, bewußte (überlegte) Steuerung."

* * * *

Er beschloß, daß er die alte Art, sich zu steuern (die verknüpft war mit Gefühlen, auf die er sich nicht verlassen konnte), ersetzen mußte durch eine neue Art, die auf seinem Denken beruhte. Eine solche Steuerung mußte zwangsläufig völlig losgelöst von seinen Gefühlen sein -- sowohl in direkter als auch in ursächlicher Art und Weise.

Um dies zu tun, entschied er:

  1. die gegenwärtigen Bedingungen des Gebrauches [use] zu analysieren,

  2. die Mittel auszuwählen (sich zu überlegen), durch die ein mehr zufriedenstellender Gebrauch bewirkt werden konnte,

  3. die Anweisungen bewußt zu projizieren, die nötig sind, um diese Mittel zur Wirkung zu bringen.

Indem ich dieses dreiteilige Vorgehen anwende, versetze ich mich mitten in die Gegenwart. Ich sehe mir die Bedingungen und den Zustand an, der jetzt vorhanden ist und nicht das, woran mich die vorhandenen Bedingungen erinnern.

Daher kann ich eine Reaktion hervorrufen, die für die tatsächliche Situation maßgeschneidert ist. Ich kann mir überlegen, welche Handlungsweise(n) für die gegebene Situation angemessen ist (sind) und dann diese Handlungsweisen ausführen.

Dadurch daß wir lediglich darauf vertrauen, Handlungsweisen zu wiederholen, die wir bei früheren Erfolgen glauben angewandt zu haben, setzen wir uns der Gefahr aus, daß wir den wirklichen Grund unseres Erfolges vielleicht nie finden.

Wenn wir uns andererseits fortwährend darin schulen, die Analyse der vorhandenen Bedingungen durchzuführen und außerdem zu beurteilen, ob unsere verwendeten Mittel für das Erreichen unseres Zieles angemessen sind, dann werden wir einen sich stetig verbessernden Sinn für Ursache-Wirkungs-Beziehungen erfahren, und darüber hinaus die wachsende Fähigkeit, geeignete Mittel auszuwählen.

Der ganze Schlüssel zu diesem dreiteiligen Vorgehen (und zugleich der erste Schlüssel für die Geistesschulung in dieser Arbeit) ist: lernen, unsere Aufmerksamkeit sowohl weg zu lenken von dem Ziel, das wir erreichen wollen, als auch weg zu lenken von dem Gefühl, das wir uns durch solch ein zielfixiertes Erreichen verschaffen.

Dies erlaubt uns, unsere Aufmerksamkeit mehr auf das Erkennen und die Ausführung der Schritte zu richten, die wir einhalten sollten, um unser Ziel zu erreichen. Für uns wird das Resultat dann eine logische Folge und Spiegelbild der verwendeten Mittel sein.

Wenn das von uns gewünschte Ziel erreichbar ist und wenn der Prozeß, den wir gewählt haben, um dieses Ziel zu erreichen, angemessen ist, dann ist es durch nichts zu vermeiden, daß wir unser Ziel erreichen, solange wir dieses dreiteilige Vorgehen weiterhin anwenden.

* * * *

Alexander entdeckte, daß er diese neue Art des Denkens nur so lange beibehalten konnte, wie er nicht versuchte, etwas zu tun (in seinem Falle: zu sprechen).

Genau in jenem "kritischen Augenblick", wo er versuchte, sein Ziel durch Mittel zu erreichen, die seinem alten gewohnten Gebrauch seiner selbst entgegengesetzt waren, wurde die Steuerung, welche er sich überlegt hatte, durch seine instinktive Steuerung dominiert. Diese bestimmte also immer noch die Art und Weise seiner Reaktion auf den Reiz zu sprechen. Sobald er diesen Reiz erhalten hatte, versuchte er, etwas zu "machen" um zu sprechen. Sobald er dies versuchte, rief er wieder die gewohnten Muster seiner Steuerung auf, mit denen er auch sonst alles tat. Sobald er diese Befehle ausgegeben hatte, reagierte er in seiner alten, gewohnten Manier, weil er diejenigen Befehle am stärksten aussandte, die seine alten gewohnten "Bewegungsmuster" erzeugten.

Wenn er diese Schwierigkeit überwinden wollte, oder wie Alexander schrieb: "wenn ich jemals fähig sein wollte, meinen gewohnten Gebrauch zu ändern und meine instinktive Steuerung zu dominieren, würde es für mich nötig sein, die Erfahrung zu machen, einen Anreiz zum Sprechen zu empfangen und mich zu weigern, irgend etwas unmittelbar als Reaktion darauf zu tun."

Er mußte also einen Weg finden, um "einen Keil zwischen den Reiz und seiner Reaktion zu treiben"note1. Die Reaktion, die er unterlassen mußte, war nicht so sehr die Veränderung der Beziehung zwischen Kopf und Körper, welche seinen falschen gewohnten Gebrauch seiner selbst einleitete, sondern sein Denken, welches diese Reaktion erzeugte.

Er mußte sich also ein neues Vorgehen ausdenken, durch welches er sich schulen konnte, fähig zu werden, einen Reiz zu empfangen und nicht unmittelbar darauf zu reagieren, damit er sich schließlich von seiner gewohnten Fehlsteuerung befreien konnte.

Er nannte dieses neue Vorgehen "Inhibition".

Inhibition ist eine geistige Schulung und keine körperliche Handlung oder Bewegung. Ob wir uns in Inhibition erfolgreich geübt haben oder nicht, hängt nicht davon ab, ob wir gerade eine bestimmte physische Tätigkeit ausüben oder nicht. Es gibt keine Handlung oder Bewegung (oder das Unterlassen einer Bewegung), die etwas mit dem Prozeß der Inhibition zu tun hätte.

Es ist eine geistige Schulung, durch die wir die Zeit gewinnen können, um das Denken auszubilden, welches notwendig ist, um unsere alte Art und Weise der gewohnheitsmäßigen Fehlsteuerung zu überwinden.

Es gibt also nichts zu "tun", um sich in Inhibition zu üben.

* * * *

Für die übrigen Kernpunkte in der Alexander-Technik fasse ich Alexanders eigenen Bericht im folgenden Abschnitt kurz zusammen.

Im Anschluß daran finden sich einige der Mittel, die wir in unserem Unterricht einsetzen.

Nachdem er seine Aufmerksamkeit darauf richtete, auf einen empfangenen Reiz nicht unmittelbar etwas zu tun, gab er sich lediglich die Anweisungen für die neuen "Mittel-wodurch" (d.h. die durchdachten Mittel, um sein Ziel zu erreichen), ohne den Versuch zu machen, daraufhin etwas zu tun. Er lernte, daß es notwendig war zu üben, diese Anweisungen sehr oft zu geben, bevor er sich an den nächsten Schritt machen konnte, nämlich daraufhin tätig zu werden. Wenn er sich eine Reihe Anweisungen gab, mußte er mit jeder einzelnen Anweisung fortfahren, wenn er sich daran machte, sich die folgenden zu geben.

Dieses Vorgehen, sich eine Reihe Anweisungen zu geben und die vorigen in Gang zu halten, während man bis zum Ende fortfährt, ist einer der schwierigsten Teile, die es in der Alexander-Technik zu meistern gilt.

Sogar nachdem er sich diese Methode beim Sprechen angeeignet hatte, stellte sich heraus, daß er immer noch viel zu oft erfolglos blieb und daß seine alte, gewohnte und falsche Steuerung immer noch seine neuerworbenen "Mittel-wodurch" dominierte. Außerdem war er immer noch nicht fähig, mit Sicherheit zu ermitteln, ob seine Reaktion auf den Reiz zu sprechen die neue und richtige war, weil seine Instinkte dazu neigten, seine alte Reaktion sich als richtig und natürlich anfühlen zu lassen.

Er mußte in sich also nicht nur eine vererbte Neigung des Menschen zu instinktiver Steuerung und Aktivität bekämpfen, sondern dazu noch die Unerfahrenheit des Menschen, bewußte Anweisungen für den Gebrauch seiner selbst zu projizieren -- vor allem mehrere in einer Reihenfolge.

Nach und nach erkannte er, daß er seinen Denkvorgängen vertrauen mußte, selbst wenn die Handlung, zu welcher ihn dies führte, sich falsch anfühlte (denn es war zwecklos geworden, sich auf seine Sinneswahrnehmung zu verlassen), und daß dieses Vertrauen echt und ungeteilt sein mußte, welches nicht auch noch der zusätzlichen Absicherung bedurfte, daß die Handlung sich richtig anfühlte.

Nach vielen Versuchen und Auswerten von Erfahrungen wählte Alexander schließlich folgenden Plan:

  1. jegliche unmittelbare Reaktion zu unterlassen auf den Anreiz zu sprechen,

  2. in ihrer Reihenfolge die Anweisungen zu projizieren, die er als bestgeeignete überlegt hatte, um den neuen und besseren Gebrauch seiner selbst herbeizuführen, und

  3. damit fortzufahren, diese Anweisungen zu projizieren, bis er glaubte, genügend mit ihnen vertraut zu sein, um sie zu verwenden zu dem Zweck, sein Ziel zu erreichen,

  4. während er immer noch die neuen Anweisungen gab, anzuhalten, sich noch einmal zu überlegen, ob er überhaupt auf den Reiz reagieren wollte, und dann auf der Stelle eine neue Entscheidung zu treffen:

  5. entweder

  • nicht zu reagieren, jedoch damit fortzufahren, die neuen Anweisungen zu projizieren;

oder

  • sein Ziel zu ändern und zum Beispiel seine Hand zu heben anstatt zu sprechen, jedoch damit fortzufahren, die neuen Anweisungen zu projizieren;

oder

  • weiterzumachen, um sein ursprüngliches Ziel zu erreichen (zu sprechen) -- mit Hilfe der neuen Anweisungen.

Durch diesen Plan, durch die Hinlenkung seiner Aufmerksamkeit auf den kritischen Moment, wo die Anweisungen in die Handlung überwechselten, unterwarf er die instinktiven Steuerungsvorgänge einer völlig neuen Erfahrung. Der Entschluß, ein Ziel zu erreichen, hatte eine neue Art von Aktivität zur Folge, durch deren Steuerung nicht nur dieses Ziel erreicht werden konnte, sondern auch jedes andere, welches bewußt gewünscht wurde.

Bei der Verwendung dieses Planes stellte er fest, daß seine instinktive Reaktion während seiner ganzen Aktivität unterblieb, solange er seine Anweisungen für die neue Art der Steuerung projizierte. Dadurch fing er an, den gewohnheitsmäßigen Gebrauch seiner selbst zu überwinden mit Hilfe der neuen, durchdachten Steuerung.

In seinem Rezitieren und seinen Stimm- und Kehlkopfproblemen sowie den Atem- und Nasenbeschwerden (unter denen er seit Geburt gelitten hatte) hatte sich eine deutliche Verbesserung ergeben, was ihm bewies, daß er eine erfolgreiche Methode gefunden hatte, um seine Funktionsweise zu verbessern.

Die Arbeit im Alexander-Unterricht

Unsere Arbeit beschäftigt sich hauptsächlich mit Ideen -- unseren eigenen und denen der Schüler. Sie beschäftigt sich mit der Frage, wie sich diese Ideen auf die Qualität unserer Bewegungen und Handlungen auswirken. Wir befassen uns mit dem Herausfinden, Umsetzen und Anwenden hilfreicher Prinzipien und Ideen, was uns befähigt, konstruktive Schritte zu unternehmen, um die Ausführung von Bewegungen und Tätigkeiten in einer besseren und natürlicheren Art und Weise zu ermöglichen.


Beispiele für "Werkzeuge" in unserem Unterricht

Beobachten

Beispiel: deckt sich die Eigenwahrnehmung -- das "Gefühl", wie es viele ausdrücken -- meines Zustandes und meiner Bewegungen mit der Beobachtung, die ich über einen Spiegel erhalte? "Spiegel" können auch der Lehrer oder andere Beobachter sein.

Oft kommt es während des Unterrichtens vor, daß privates Empfinden und öffentlich beobachtbare Veränderung der Bewegungsqualität sich unterscheiden; gelegentlich widersprechen sie sich sogar. In diesem Falle haben wir die Wahl, entweder zu glauben, was wir "im Innern" empfinden, oder zu glauben, was wir selbst -- oder andere Beobachter -- "von außen" wahrnehmen können.

Zu Anfang können Schüler manchmal Veränderungen an sich oder anderen entweder kaum bemerken oder nur schwer beschreiben. Dies ist nicht weiter verwunderlich, unter anderem deswegen, weil die Art der notwendigen Beobachtung zunächst noch unvertraut ist. Zum Glück ändert sich dies regelmäßig mit wachsender Erfahrung, die am besten gewonnen wird durch fortgesetztes Beobachten.

Wachheit, Aufmerksamkeit

Aufmerksamkeit ist nicht das, was wir sonst oft beim Lernen als "Konzentration" bezeichnen, denn diese ist meist nur ein Zustand muskulärer Spannung, die uns das Gefühl vermittelt, wir würden uns genügend anstrengen um zu denken. (Zum Denken brauchen wir jedoch überhaupt keine Muskeln.) In Wirklichkeit sind wir währenddessen mit unserem Denken und unserem ganzen Organismus hauptsächlich damit beschäftigt, diesen energieverschwendenden Spannungszustand aufrechtzuerhalten.

Wer kennt es nicht: Gespannt versuchen wir, etwas zu beobachten oder zu bemerken, und oft entgeht uns dabei das Offensichtliche oder Wesentliche. Je heftiger wir versuchen, in unserem Gedächtnis oder in unserer Wohnung etwas zu finden, um so weniger will es sich einstellen. Im unerwarteten Moment, wo wir "nicht mehr daran denken" (?!), ist das Unauffindbare auf einmal parat.

Zum Glück brauchen wir keine besondere "Verfassung", lediglich einen wachen, unvoreingenommenen "gesunden Menschenverstand", um die Alexander-Technik zu erlernen.

Überlegen der "Mittel", Anweisungen für die Selbststeuerung

Wir lehren uns und unsere Schüler nicht, etwas Neues zu denken oder zu tun, sondern wie wir mehr praktische Intelligenz bringen in das, was wir bereits tun. "Praktische Intelligenz" bedeutet, daß sie nachweislich effektiv ist und konstruktive Wirkung zeigt.

Unsere Aufgabe ist zunächst, die Erfahrung zu machen, einen Anreiz zu empfangen und uns zu weigern, irgend etwas unmittelbar als Reaktion darauf zu tun (Inhibition).

Indem wir diese Fähigkeit lernen, geben wir uns die Zeit, die nötig ist um zu erkennen, welche Mittel für die jeweilige Aufgabenstellung momentan am besten geeignet sind. Indem wir lernen, uns diese Mittel vor Augen zu halten und dies auch während unserer Tätigkeit fortzusetzen, verlernen wir gleichzeitig das, womit unser Geist in diesem Moment nicht mehr beschäftigt ist: das Zuviel an Muskelaktivität, die Anstrengung gegen uns selbst.

Auf diesem Wege können wir lernen, jede gewünschte Tätigkeit mit dem für den jeweiligen Moment geeigneten und geringstmöglichen Energieaufwand auszuführen.

  • Wir überlegen uns also die Mittel, mit denen wir unsere Tätigkeiten in sinnvoller, durchdachter Weise ausführen könnten,

  • behalten diese Überlegungen über die Mittel bei und projizieren sie als Botschaften an unsere ausführenden Mechanismen, während wir uns in irgendeine Aktivität begeben und

  • behalten diese Überlegungen und Botschaften bei, während der Aktivität und bis zu deren Ende.

Das heißt, wir geben uns die Zeit und die Gelegenheit zum Lernen, wie wir mehr und mehr in einer Weise handeln und reagieren können, für die wir uns zuvor entschieden haben.

Der amerikanische Philosoph und Pädagoge John Dewey, der über einen Zeitraum von mehr als zwanzig Jahren bei F.M. Alexander Unterrichtsstunden nahm, nannte diese Arbeit "Denken in Aktivität".

Oder mit den Worten Alexanders ausgedrückt:

Mit "Denken" meine ich jenen Prozeß, der uns die Entscheidung möglich macht, Dinge in bestimmter Weise zu tun.


note1. Marjory Barlows Bezeichnung. (Mrs. Barlow, F.M. Alexanders Nichte, ist noch heute als Alexander-Lehrerin tätig.)
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Was uns betrifft

Seit 1994 sind wir ausgebildete Lehrer der F.M. Alexander-Technik. Seitdem unterrichten wir die Alexander-Technik privat, in Gruppen und als Kursleiter.

Irma und Peter Ruhrberg

Wir sind Mitglied in der Gesellschaft der Lehrer der F.M. Alexander-Technik (GLAT), Freiburg.Weitere Informationen bei:
  Irma und Peter Ruhrberg
  Lehrer für F.M. Alexander-Technik
  Columbusstr. 21 · D–40549 Düsseldorf
  Tel/Fax: +49 (0)211 57 27 70
    e-mail: Irma und Peter Ruhrberg

 


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